Führerscheintourismus. So wird ein neuer Trend bezeichnet. Viele Anwärter nehmen Fahrstunden nämlich lieber in Polen oder in den Niederlanden und machen dort dann auch ihre Prüfung. Deutsche Behörden können dagegen nichts tun, denn der EU-Führerschein wird anerkannt. Auch, wenn er einen zweifelhaften Ruf hat.
Anders sieht das dagegen aus, wenn Autofahrer nach einem Führerscheinentzug glauben, dass sie im Ausland eine neue Fahrerlaubnis erwerben und so die MPU umgehen können. Das ist nämlich nicht so einfach, wie es klingt. An den EU-Führerschein sind bestimmte Bedingungen gekoppelt: Sperrfirsten, die nach dem Führerscheinentzug verhängt wurden, müssen demzufolge unbedingt eingehalten werden. Überprüfen darf dies aber nur das jeweilige Ausstellerland. Gerät der Führerscheinbesitzer in eine deutsche Polizeikontrolle, darf der Lappen nicht eingezogen werden. Das Bundesverkehrsministerium drängt deswegen gegen Staaten vorzugehen, die sich nicht an die europäischen Vorschriften halten.
Auch wer dachte die Teilnahme an einer MPU mit einem EU-Führerschein umgehen zu können, irrt. Deutsche Behörden loten derzeit neue Möglichkeiten aus, um schwarze Schafe mit Hilfe eines europaweiten Sündenregisters finden zu können. Denkbar wäre auch ein Sperrvermerk. Der Führerschein bleibt dann in der EU gültig, nur nicht in Deutschland. |